ADAC Frühjahr 2026
Auch im Frühjahr 2026 hat der ADAC den neuesten Kindersitz-Test veröffentlicht. Wie auch im Herbst 2025 wurde der Test nach überarbeiteten Testkriterien durchgeführt. Wenn ihr genaueres darüber erfahren möchtet, was sich im Gegensatz zu den Tests im letzten Jahr alles verändert hat, könnt ihr das in diesem Blogbeitrag nachlesen.
Nun aber zu den Ergebnissen des aktuellen ADAC-Tests:
Insgesamt wurden 22 Kindersitze getestet, einige davon mit und ohne Base.
Die Einteilung erfolgte in verschiedenen Altersgruppen. Die Sitze wurden nach den Kriterien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffe und Umweltschadstoffe bewertet.
Wie immer setzen sich diese Ergebnisse aus einer Mischnote zusammen, sodass wir im Folgenden die Details erläutern.
Hinweis: Die Kindersitze werden, wie im ADAC-Test anhand ihrer Nutzungsdauer kategorisiert. In den nachfolgenden Abschnitten könnt ihr genaueres über die Testwerte der einzelnen Kategorien erfahren.
Ergebnisse der Babyschalen
Babyschalen bis ca. 1½ Jahre
In der Kategorie „bis ca. 1½ Jahre“ wurden diesmal insgesamt 7 Babyschalen getestet.
Gut abgeschlossen hat die nicht in Deutschland erhältliche Babyschale Foppapedretti Disk Infant i-Size in Kombination mit der Base Tech i-Size.
Wie letztes Jahr im Herbst wurde die Nuna Arra Flex getestet, diesmal mit Base Next, die eine Bewertung von 2,7 erzielte.


Durchgefallen war die Kinderkraft Mink Pro 2 mit Base Mink F2, durch eine nicht ausreichende Sicherheitsbewertung.

Kindersitze bis ca. 4 Jahre
In der Kategorie „Kindersitze bis ca. 4 Jahre“ wurden dieses Jahr drei verschiedene Kindersitze getestet.
Testsieger war der Cybex Sirona Ti mit einem guten Ergebnis von 2,5.
Schlusslichter waren mit 3,0 und 3,8 die Silver Cross Approach Plus 360 + Base Plus 360 und die Jané Concord Kombikid + Kombibase. Beide waren in Bedienung und Sicherheit nur mit einem befriedigend ausgezeichnet wurden.

Kindersitze bis 12 Jahre
In dieser Kategorie wurde dieses Halbjahr nur ein Sitz getestet. Der Maxi-Cosi Emerald 360 Pro erreichte eine Bewertung von 3,1. Dies liegt an befriedigenden Ergebnissen bei Sicherheit, Bedienung und Ergonomie. Der Sitz ist ein gruppenübergreifender Kindersitz, also ein Sitz der von Geburt bis 12 Jahre nutzbar sein soll. Das Ergebnis zeigt sehr schön die Probleme eines solchen Sitzes. Mehr zu dem Thema folgt als separater Beitrag.
Kurzgesagt: Wer gruppenübergreifende Sitze nutzt, macht letzen Endes immer Abstriche beim Thema Sicherheit. Ein Kindersitz der für ein Baby passen soll, kann nicht auch für einen 12 jährigen passen.

Kindersitze ca. 1 bis 4 Jahre
Es gibt zwei getestete Sitze in dieser Kategorie und beide teilen sich die Bewertung von 3,2.
Britax Römer Dualfix 5Z + Vario Base 5Z und der Peg Perego Viaggio Giro mit Base Giro. Hauptursache hierfür ist hier vor allem die Sicherheitsbewertung, welche 50% der Gesamtnote ausmacht.
Gerade bei drehbaren Reboardern wie dem Dualfix 5Z fließt die komplexere Handhabung stärker in die Bewertung ein. Gleichzeitig werden die ADAC-Crashtests inzwischen deutlich strenger durchgeführt als noch vor einigen Jahren, wodurch selbst sichere Sitze heute oft schlechtere Sicherheitsnoten erhalten als ältere Modelle.
Der Dualfix 5Z bietet weiterhin wichtige Sicherheitsvorteile: Kinder fahren rückwärtsgerichtet, was besonders bei Frontalunfällen den empfindlichen Kopf- und Nackenbereich deutlich besser schützt. Zudem verfügt der Sitz über eine stabile Isofix-Installation, einen integrierten Seitenaufprallschutz sowie eine gute Anpassungsmöglichkeit an verschiedene Fahrzeugtypen und Kindergrößen.
In der Praxis zeigt sich außerdem, dass ein korrekt eingebauter und gut passender Reboarder häufig entscheidender für die Sicherheit ist als eine einzelne Testnote. Deshalb kann der Dualfix 5Z trotz seines eher durchschnittlichen ADAC-Ergebnisses weiterhin eine sichere und sinnvolle Wahl für viele Familien sein – insbesondere dann, wenn der Sitz gut zum Kind, zum Fahrzeug und zur täglichen Nutzung passt.

Kindersitze ca. 1 bis 6 Jahre
In der Kategorie der Kindersitze für Kinder im Alter von etwa 1 bis 6 Jahren wurde in diesem Jahr lediglich ein Modell getestet: der Axkid Minikid 4 Pro. Der Sitz erhielt dabei die Gesamtnote 3,6.
Grund für diese vergleichsweise strenge Bewertung ist vor allem das erhöhte Risiko einer Fehlbedienung. Wird ein Kindersitz nicht korrekt eingebaut, kann er seine maximale Schutzwirkung nicht vollständig entfalten. Da der Minikid 4 Pro mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, bewertete der ADAC die Bedienung lediglich mit der Note 3,8.
Die Sicherheitsbewertung zeigt zudem deutlich, dass der ADAC inzwischen mit wesentlich strengeren Crash-Test-Methoden arbeitet. Der technisch ähnliche Vorgänger, der Minikid 3 (getestet im Herbst 2022), erreichte damals noch eine sehr gute Sicherheitsnote von 1,5.
Wichtig dabei: Beide Modelle haben den schwedischen Plus-Test bestanden, der als besonders anspruchsvoller Nachweis für hohe Sicherheit gilt. Die Sicherheitsnote des Minikid 4 Pro setzt sich aus einer 1,9 im Seitenaufprall sowie einer 3,2 im Frontalcrash zusammen. Die schlechtere Bewertung im Frontalaufprall basiert auf einem Crashtest mit liegend eingebautem Sitz. In dieser Position wirken grundsätzlich höhere Kräfte auf den Dummy.
Wenn der Kindersitz richtig installiert wird, besteht aus unserer Sicht kein Grund zur Sorge. Wie immer können wir nur raten: Stattet einem Fachhändler einen Besuch ab. Er wird euch ganz genau zeigen worauf ihr achten müsst.

Kindersitze ca. 1 bis 12 Jahre
In der Kategorie der Kindersitze von ca. 1 - 12 Jahre wurden zwei Kindersitze getestet. Der Avionaut Stardust und der Chicco Fullseat 360 i-Size mit Full 360 Base. Aufgrund von nur befriedigenden Bewertungen in den Kategorien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie erreichten beide die Gesamtwertung von 3,3.
Enttäuschend fällt dagegen das Ergebnis des Avionaut Stardust aus. Obwohl der Sitz Kindern bis 125 cm rückwärtsgerichtetes Fahren ermöglicht, was grundsätzlich ein großer Pluspunkt ist, konnte er in den Sicherheitstests lediglich durchschnittliche Ergebnisse erzielen. Der ÖAMTC fasst das Problem treffend zusammen: „Die Idee, einen großen Bereich mit einem Sitz abzudecken ist zwar gut, die Umsetzung erfordert jedoch Kompromisse und Einschränkungen, die am Ende zu durchschnittlichen Sicherheits- und Bedienungsnoten führen.“

Kindersitze ca. 1½ bis 12 Jahre
In dieser Kategorie wurden drei Kindersitze getestet und der Sieger ist der Cybex Pallas G3 mit einer Wertung von 2,5. Direkt danach kommt der Joie Irvana mit einer Wertung von 3,2 und das Schlusslicht bildet der Lionelo Lavender i-Size mit einer ausreichenden Wertung von 3,9. Diese Wertung kam zustande, aufgrund der nur ausreichenden Note bei der Sicherheitsbewertung

Kindersitze ca. 4 bis 12 Jahre
In der letzten Kategorie wurden 3 Sitze getestet. Knapper Sieger ist hier der Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size mit einer Gesamtbenotung von 2,5, doch direkt dahinter mit 2,6 kommt der Thule Palm. Der Maxi-Cosi Topaz i-Size ist der letzte getestete Sitz mit einer Wertung von 3,2 aufgrund von Wertungen in Sicherheit und Bedienung.
Wir und auch andere Fachhändler:innen raten immer: Wechselt so spät wie möglich zum Folgesitz. Rückwärtsfahren ist 5-mal sicherer und Sitze mit internem Gurtsystem sind bequemer und sicherer. Nutzt eure Reboarder also so lange wie möglich.

Wusstet ihr schon? Für die Folgesitz-Crashs werden drei Arten von Dummys verwendet. Q3 (Proportionen eines Dreijährigen), Q6 (Proportionen eines Sechsjährigen) und Q 10 (Proportionen eines zehnjährigen Kindes). Die Sicherheitsnoten die hier zustande gekommen sind, werden vorallem abgewertet, weil der Q3 Dummy in einem Folgesitz deutlich unsicherer fährt. Die nachfolgenden Dummys haben deutlich bessere Werte.
Wir empfehlen: Wechselt erst ab 4 Jahren zu einem Folgesitz. Wenn möglich sogar später. Dann fährt euer Kind auch in einem solchen Folgesitz sicher und bequem.
Unser Fazit
Erneut hat sich gezeigt, dass gruppenübergreifende Kindersitze, also Modelle, die Kinder von der Geburt bis etwa 12 Jahre begleiten sollen, im Test oftmals schlechter abschneiden. Bereits vor Veröffentlichung der aktuellen Ergebnisse hat der ADAC ausdrücklich vor solchen Kindersitzen gewarnt.
Auch wir empfehlen, beim Kindersitzkauf auf eine individuelle Beratung im Fachhandel zu setzen. Dort kann geschaut werden, welcher Sitz optimal zu eurem Kind, eurem Fahrzeug und euren Bedürfnissen passt.
Welche konkreten Probleme bei diesen mitwachsenden Kindersitzen auftreten können, werden wir in einem separaten Beitrag noch ausführlicher erklären.
Positiv hervorzuheben ist dagegen die Schadstoffbewertung: In diesem Jahr erzielten die getesteten Sitze in diesem Bereich durchweg sehr gute Ergebnisse.
Sowohl der ADAC als auch wir empfehlen euch, einen Kindersitz vor dem Kauf gemeinsam mit dem Kind direkt im eigenen Fahrzeug auszuprobieren. Unsere Fachhändler bieten genau diesen Service an, unterstützen beim korrekten Einbau und erklären ausführlich, worauf dabei zu achten ist. Dadurch lassen sich viele Bedienungsfehler vermeiden.
Aus diesem Grund können auch Kindersitze empfehlenswert sein, die im ADAC-Test lediglich ein „befriedigendes“ Ergebnis erreicht haben. Denn oft liegt die schwächere Bewertung nicht an mangelnder Sicherheit, sondern an einer höheren Fehleranfälligkeit beim Einbau oder bei der Bedienung.
Wenn ihr Fragen rund um das Thema Kindersitz habt, beraten wir euch wie all die Jahre tuvor sehr gerne.