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Kind sitzt im Kindersitz und Mutter hält ein Baby bei ihr

„Früher brauchten Kinder auch keinen Kindersitz“

„Früher brauchten Kinder doch auch keinen Kindersitz.“

Warum dieses Argument heute nicht mehr gilt

 

Das Thema Kindersicherheit im Auto ist oft eines, bei dem die Meinungen von Jung und Alt aufeinanderprallen. 

Aussagen wie „Früher hatten wir auch keinen Kindersitz“ oder „Mit zwölf noch im Kindersitz? Völlig übertrieben!" begegnen Eltern immer wieder. Sowohl im Freundeskreis/Familienkreis, in sozialen Netzwerken oder in Online-Foren. 

Und das klingt ja auch irgendwie logisch. Früher ist ja auch nichts passiert. Sind wir vielleicht doch alle nur Helikoptereltern? 

Wir sagen: Nein. Wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht, ist nicht ausschlaggebend welche persönlichen Erfahrungen die Oma oder die Freunde gemacht haben. Sondern aktuelle Fallzahlen und Statistiken bei der Unfallforschung. 

 

"Früher gab es doch auch keine Kindersitze." 

Ja, das ist wahr. Früher wurden Kinder oft ohne Kindersitz transportiert. Manchmal ohne angeschnallt zu sein oder direkt auf dem Schoß der Eltern. Aber früher waren auch Fahrzeuge technisch schlechter ausgestattet. Es gab keine Airbags, Gurtstraffer oder Knautschzonen, so wie heute. Oder eher nur stark vereinfacht. 

 

Die Folgen, wenn dann doch etwas schief ging, waren verheerend. Kinder wurden deutlich häufiger als heute im Auto schwer verletzt oder verloren ihr Leben. Durch konsequente Sicherheitsmaßnahmen, die Einführung der Kindersitzpflicht im Jahre 1993 (1. April 1993 - zum Glück war das kein Scherz) und die Weiterentwicklung bei Kindersitzen konnte man die Unfallzahlen drastisch reduzieren. 

 

Kindersitze sind kein Trend. Sie sind das Ergebnis jahrelanger Foschung und der Erkenntnis, dass Kinder im Auto besonders geschützt werden müssen. 

 

Warum Kindersitze Leben retten

Niemand steigt ins Auto und weiß, dass er dann auch einen Unfall haben wird. Man nimmt es sich ja nicht vor. Es passiert einfach und oft dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Trotzdem schnallen wir uns alle an. Das ist selbstverständlich. Wir haben Airbags und Assistenzsysteme, die Schäden und Unfälle vermeiden sollen. Warum wird das Thema Sicherheit also bei Kindern manchmal so belächelt?

 

Ein Kindersitz ist immer sicherer, als kein Kindersitz. 

Bei einem Aufprall wirken innerhalb von Millisekunden enorme Kräfte auf den Körper der Kinder. Und Kinder sind anatomisch unterschiedlich zu uns Erwachsenen. Sie haben einen größeren, schwerern Kopf. Nacken, Wirbelsäule und Becken sind nicht vollständig entwickelt. 

Deshalb sorgt ein Kindersitz dafür, dass die Kräfte bei einem Unfall verteilt werden und nicht auf die besonders empfindlichen Körperteile in vollem Umfang wirken können. Genau das macht oft den Unterschied zwischen leichten Verletzungen und lebensgefährlichen. 

 

Mit 12 Jahren sitzt das Kind noch im Kindersitz?!

Diese Aussage ist eine der häufigsten. 

Tatsächlich schreibt der Gesetzgeber vor, dass Kinder bis zu einer Körpergröße von 150 Zentimetern oder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr in einem geeigneten Kinderrückhaltesystem gesichert werden müssen.

Das Alter ist hierbei nur eine gesetzliche Grenze. Wichtig ist vorallem, dass der Fahrzeuggurt optimal am Körper entlang läuft. Erst wenn ein Kind groß genug ist, kann der Fahrzeuggurt auch seine volle Schutzwirkung entfalten. 

Manche Eltern fahren auch nach 12 Jahren oder den 150 cm noch mit einem Kindersitz. Warum auch nicht? Wenn es sicherer ist und das Kind nichts dagegen hat? 

 

Aber das ist doch übertriebene Vorsicht!

Wir sagen NEIN.

Ein Kindersitz ist kein Zeichen von Überbehütung. 

Würde denn jemand einen Motorradfahrer belächeln, weil er die passende Schutzmontur trägt? Oder werden Bauarbeiter ausgelacht, weil sie Schutzhelme tragen?

Natürlich nicht. 

Sicherheitsmaßnahmen sind nicht dafür gedacht, den Alltag komplizierter zu machen – sie sind für den Moment da, in dem etwas Unvorhergesehenes passiert. Genau deshalb gehört ein passender Kindersitz zu jeder Autofahrt. Egal, ob es nur zum Kindergarten oder in den Familienurlaub geht.

 

Sicherheit beginnt beim passenden Kindersitz

Nicht jeder Sitz passt zu jedem Sitz. Kinder sind Individuen und haben alle unterschiedliche Proportionen und Bedürfnisse. Manchmal passt der Kindersitz auch nicht zum Auto oder zum Budget. Deshalb sind individuelle Beratungen besonders wichtig.

 

Bei den Kindersitzprofis unterstützen wir euch dabei, den passenden Kindersitz oder Reboarder für euer Kind und euer Fahrzeug zu finden. Denn nur ein korrekt ausgewählter und richtig eingebauter Sitz kann seine volle Schutzwirkung entfalten.

Unser Tipp: Fahrt zu einem unserer Fachhändler und lasst euch dort beraten. Dort kann auf alles eingegangen werden. Natürlich wird auch Probe gesessen und auch der Einbau im Fahrzeug wird euch gezeigt. Ihr seid also versichert, dass alles passt, wenn ihr wieder davonzieht. 

Für alle anderen, die keinen Fachhändler in der Nähe haben oder den Weg nicht auf sich nehmen können, bieten wir euch auch Onlineberatungen an. Kostenlos und individuell. Per Mail oder Whatsapp

 

Unser Fazit

Das Argument „Früher ging es doch auch ohne Kindersitz“ beruht auf einem Vergleich, der wichtige Fakten außer Acht lässt. Moderne Kindersitze sind das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung und haben wesentlich dazu beigetragen, Kinder im Straßenverkehr besser zu schützen.

Sicherheit ist keine Übertreibung. Sie ist eine bewusste Entscheidung für das Wertvollste, das wir haben.