Diese ausführliche Erklärung zum Kauf gebrauchter Kindersitze stammt von unserem Partner Naturzwergenreich – Die Kindersitzprofis in Laupheim.

Guten Morgen, heute wird es ausnahmsweise mal ein etwas längerer Post von mir werden, aber ich muss das einfach mal aufschreiben.

Seit wir Kindersitzprofi-Partner sind, habe ich einen ganz anderen Blick auf das Thema Sicherheit im Auto und es ist wahnsinnig erschreckend, was bei uns als „normal“ erachtet wird. Flohmärkte und Ebay Kleinanzeigen sind voll mit Kindersitzen, die nur noch auf den Sperrmüll gehören und auf keinen Fall mehr ein Kind schützen können.
Und puuuh, was da echt für Wucherpreise dafür verlangt werden. Für Sperrmüll!! Viel Geld ausgeben, damit euer Kind am Ende schutzlos fährt? Bitte bloß nicht!!

Verkaufsstand mit Kindersachen auf dem Flohmarkt

Darauf solltet Ihr beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes achten

Deshalb hier ein paar Tipps, worauf ihr bei der Auswahl eines gebrauchten Sitzes achten solltet:

Bedenkt den Zweck eines Kindersitzes!

Der Kindersitz ist nicht allein dafür da, um euer Kind von A nach B zu fahren, sondern hauptsächlich dafür, euer Kind im (hoffentlich nie eintretenden) Fall eines Unfalles bestmöglich zu schützen. Und die meisten der Sitze, die auf dem Gebrauchtmarkt unterwegs sind, können das einfach leider nicht mehr. Für mich als Mama ist schon die Vorstellung, dass mein Kind leicht verletzt wird, schlimmer, als die Vorstellung, dass ich selbst schwer verletzt werde. Geht es euch auch so? Deshalb ist es unheimlich wichtig, das Kind optimal abzusichern.

Alter und Materialermüdung beeinträchtigen die Sicherheit von Kindersitzen!

Von der Sonneneinstrahlung beschädigte Wäscheklammern aus Plastik

Warum ist denn ein älterer Kindersitz nicht mehr gut? Hierbei geht es ums Thema Materialermüdung. Im Grunde genommen besteht ein Kindersitz größtenteils aus Styropor und Plastik. Der Kindersitz steht im Winter bei Minusgraden im Auto, ebenso im Sommer, wenn das Auto aufheizt wie eine Sauna. Das Material ist unglaublichen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dazu kommt die UV-Einstrahlung der Sonne. Und mit der Zeit wird das Material einfach porös, rissig und instabil. Der größte Feind des Kindersitzes ist tatsächlich die Sonne, um das Material anzugreifen. (Ich erzähle meinen Kunden immer den Vergleich mit den Wäscheklammern. Die, die draußen im Einsatz sind und der täglichen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, gehen schneller kaputt als die, die wir im Keller haben. Sie brechen einfach eines Tages, ohne große Krafteinwirkung, auseinander.)

Bei einem Unfall wirken enorme Kräfte auf das Auto und den Kindersitz ein (wer gut in Physik ist, kann das sogar in genauen Werten ausrechnen), dem ein Kindersitz standhalten sollte, damit genau diese Kräfte nicht auf das Kind treffen. Wenn der Sitz aber schon alt und porös ist, gibt er der Krafteinwirkung viel leichter nach, zerbricht, und die volle Außenwirkung des Crashs trifft das Kind. Das Verletzungsrisiko für’s Kind ist damit enorm viel höher. Die Hersteller geben verschiedene Angaben zur Lebensdauer eines Sitzes, meist 5-10 Jahre. Das Produktionsdatum ist in jedem Kindersitz vermerkt, häufig etwas versteckt und bei jedem Hersteller woanders. Wir helfen euch da auch gerne weiter, wenn ihr nicht sicher seid, wie alt euer Sitz ist.

Nur vollständige Kindersitze sind sicher!

Fehlende Teile: Was ich auch seeeehr oft beobachte, dass bei den angebotenen Sitzen einfach sicherheitsrelevante Teile, wie z.B. Gurtpolster fehlen. Diese Teile sind vom Hersteller nicht ohne Grund am Sitz angebracht worden, sondern natürlich zum Schutz des Kindes beim Unfall. Außerdem sind viele Sitze NUR MIT diesem Zubehör zugelassen. Durch Entfernen mancher Teile verlieren viele Sitze sogar ihre Zulassung. Also gefährlich und dazu auch nicht erlaubt.

Nehmt nur Kindersitze mit bekannter Vorgeschichte!

Was hat der Sitz schon alles erlebt? Ein Kindersitz kann ein Kind nur EINMAL bei einem Unfall schützen und muss danach ausgetauscht werden. Hier sind wir wieder bei der gleichen Thematik wie bei der Materialermüdung. Durch einen vorangegangenen Unfall kann das Material innen bereits kaputt sein, ohne dass man das von außen sieht. Selbst wenn der Sitz erst wenige Tage alt ist. In so einem Fall kann der Sitz das Kind ebenfalls nicht mehr schützen. Und bei einem gebraucht gekauften Sitz weiß man eben nicht, was vorher schon mit dem Sitz passiert ist und man hat immer das Risiko, dass das Kind eventuell in einem schutzlosen Kindersitz fährt. Nehmt daher nur einen Kindersitz von Familie und Freunden an, denen ihr vertraut und bei dem ihr sicher sein könnt, dass der Sitz noch in keinen Unfall verwickelt war.

Rotes Bobby Car-Rutschauto nach Unfall

Der Kindersitz muss aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen!

Die Entwicklung geht immer weiter. Unsere Autos haben immer höhere Sicherheitsstandards, die es vor 10,15,20 Jahren noch nicht gab. Diese Sicherheitsstandards retten aber Leben. Genauso wie es gute Kindersitze, vor allem natürlich Reboarder, tun. Auch hier ging die Entwicklung in den letzten Jahren natürlich immer weiter.

Unsere Empfehlung

Zum Abschluss nochmal mein Gesamtfazit: Ein Kindersitz ist zum Schützen des Kindes bei einem Unfall da. Viele, viele Kindersitze des Gebrauchtmarkts können das einfach nicht mehr. Achtet daher bei der Auswahl eines Sitzes immer auf das Alter, auf die Vollständigkeit der Teile und nehmt nur Sitze von Personen an, bei denen ihr sicher seid, dass er auch wirklich unfallfrei ist.

Am sichersten fährt euer Kind natürlich immer in einem optimal passenden, also quasi vom Kind ausgesuchten Sitz. Unser Ziel ist es, dass immer mehr Kinder sicher fahren, daher bieten wir auch Ratenzahlung an. Es soll nicht am Finanziellen scheitern, wenn ihr euer Kind bestmöglich abgesichert fahren lassen möchtet.

Und denkt immer daran: ein Kindersitz und ein Auto sind ersetzbar, euer Kind ist es nicht.

Habt ihr Fragen dazu oder ihr seid unsicher, ob euer Sitz noch in Ordnung ist? Dann meldet euch bei uns, wir helfen euch gerne weiter!

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