Bereits im letzten Jahr sind wir der Einladung von BeSafe und VTI gefolgt und durften uns im schwedischen Linköping live einen Crash-Test ansehen (unseren Bericht finden Sie hier: Plus-Test 2015). Das war ein wirklich spannendes und beeindruckendes Ereignis für uns, weswegen unsere Händler nicht lange zögerten und auch dieses Jahr im Mai wieder vor Ort waren. Vielen Dank an der Stelle an BeSafe und den VTI für diese Möglichkeit.

Getestet wurde im Rahmen eines Demo-Plus-Tests unter echten Bedingungen, wie sich ein vorwärtsgerichteter Kindersitz (BeSafe iZi Comfort X3 Isofix) und ein Reboarder (BeSafe iZi Kid X2 i-size) im Vergleich bei einem Crash verhalten. Der schwedische VTI misst dabei unter anderem die Nackenbelastungswerte und kommt so regelmäßig zu dem Schluss, dass rückwärtsgerichtete Kindersitze deutlich sicherer sind als ihre vorwärtsgerichteten Pendants. Wir nehmen deshalb nicht allzu viel vorweg, wenn wir sagen, dass das Ergebnis des Tests auch bei unserem Besuch 2016 kein anderes war.

BeSafe iZi Comfort X3 Isofix vs. BeSafe iZi Kid X2 i-size beim Plustest

Bereits auf ihrem Weg nach Linköping versorgten uns beide mit vielen Fotos aus einem schwedischen Baby-Fachmarkt und erzählten begeistert von ihrem persönlichen Reboarderparadies. Bei Babyproffsen, wo sie auf der Hinreise Halt machten, sind rückwärtsgerichtete Kindersitze bekanntlich nicht etwa die Ausnahme, sondern die Regel, – das aber auch einmal live vor Ort zu sehen, kann unsere Händler tatsächlich noch nachhaltig beeindrucken.

Beim VTI angekommen, wurden unsere Händler herzlich begrüßt und der Versuchsaufbau noch einmal erklärt.

Der Plus-Test

Beim Plus-Test wird der Schlitten, auf dem sich der installierte Kindersitz befindet, auf 56 km/h beschleunigt und am Ende der Teststrecke abrupt gebremst. Der Dummy ist mit mehreren Sensoren ausgestattet, mit denen unter anderem die Belastung auf das kindliche Genick beim Aufprall gemessen wird. Die magische Grenze für das Bestehen des Plus-Tests liegt bei 1.200 N. Ist das Resultat niedriger, geht man davon aus, dass das Kind relativ unbeschadet aus dem Unfallgeschehen geht, bei höheren Werten drohen schwerwiegende Risiken am Genick.

schwedischer Plus-Test Aufbau

Sie sehen links auf dem Bild die Teststrecke, auf der rechten Seite oben den Vorwärtssitz (grüner Bezug) BeSafe iZi Comfort X3 Isofix, rechts unten den BeSafe iZi Kid X2 i-Size (blauer Bezug), der rein rückwärtsgerichtet montiert werden kann und beim letzten ADAC-Test 2016 Bestnoten in der Sicherheit bekam. Interessant an dieser Stelle: Der Dummy ist jeweils nicht besonders fest angeschnallt. Dies ist kein Versehen oder Nachlässigkeit der Prüfer, im Gegenteil, die Dummies werden im Sitz bewusst mit Abstand angegurtet, um Misuse zu simulieren. Es ist leider Fakt, dass sehr viele Eltern ihre Kinder zu zaghaft angurten und der Nachwuchs häufig nur unzureichend gesichert wird, so dass es sinnvoll ist, diesen Faktor auch beim Crash einzuberechnen. Insbesondere dann, wenn Eltern ihr Kind in einer Winterjacke anschnallen, kommt es zu einer gefährlichen Gurtlose, bei der der Gurt schlechter bzw. erst später greift oder das Kind komplett aus den Gurten geschleudert wird.

Crashtest: Vorwärtssitz gegen Reboarder

Im Video von Mommy Talks können Sie den Ablauf der beiden Crashs ansehen. Beachten Sie insbesondere die Darstellung in Zeitlupe am Ende des Videos, Sie können dort deutlich sehen, wie unterschiedlich der Kopf bzw. das Genick des Dummys beim Aufprall reagieren. Beide Crashs finden bei 56 km/h statt, das Geschehen im Kindersitz unterscheidet sich jedoch deutlich:

Und das, was Sie sehen, zeigt sich auch im Diagramm bzw. auf dem Papier. Die Kraft, die auf das Genick des Kindes im Vorwärtssitz wirkt, ist mehr als 4mal höher als die Belastung, der der kindliche Nacken im Reboarder Stand halten muss. Sie sehen links im Diagramm die Werte des Kid X2 i-size, rechts die deutlich höheren Ergebnisse des Comfort X3 Isofix. Die gestrichelte rote Linie markiert den Wert von 1.200 N: Der Vorwärtssitz würde den Plus-Test nicht bestehen, die Werte des Reboarders sind weit unter der Linie. Der BeSafe iZi Kid X2 i-size hat deshalb (bereits vor diesem Versuch) den Plus-Test mit Bravour bestanden.

Nackenbelastungswerte rückwärts Reboarder

Welche Kräfte bei diesem Aufprall bei 56 km/h generell gewirkt haben, zeigen auch die völlig verbogenen Stahlstangen, die Sie am Rande der Crashteststrecke sehen können (links neben dem BeSafe-Logo). Sie verdeutlichen die Knautschzone im Auto bzw. das Eindringen in selbige. Am Ende der Strecke (links am gelben Träger) können Sie die gleichen Stahlträger im Vergleich betrachten:

verbogene Stangen nach dem Plus-Test

Unser Besuch beim VTI bestätigte deshalb, wie auch schon letztes Jahr, dass Rückwärtsfahren sicherer ist und Sie Ihr Kind auch über die Babyschale hinaus im Reboarder transportieren sollten: Die Belastung auf den kindlichen Körper, insbesondere das Genick, ist beim Rückwärtsfahren im gefährlichen Frontalcrash-Szenario deutlich geringer als im Vorwärtssitz.

Auch unsere Händler, die das auf dem Papier und in der Theorie natürlich schon wussten, zeigten sich von ihrem Besuch beim VTI nachhaltig beeindruckt. Erschreckend, welche Kräfte bereits bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten wirken.

Wir wünschen Ihnen, dass so ein Szenario auch für Sie und Ihre Familien ein theoretisches bleibt. Gute Fahrt!

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