ECE R 129 & ECE R 44/04:

Was ist der Unterschied zwischen der „alten“ und der „neuen“ Kindersitz-Norm?

In puncto Kindersicherheit im Auto gibt es fortwährend neue Erkenntnisse und technische Weiterentwicklungen. Daher werden auch die Zulassungsanforderungen für Kindersitze immer wieder an den Stand der Forschung angepasst. Die jüngste Aktualisierung stammt aus dem Jahr 2013. Sie beruht auf der Regelung UN-ECE R 129 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen und ist seit 2014 auch in Deutschland Gesetz. Die Vorgänger-Norm ECE R 44/04 war im Jahr 2005 eingeführt worden. Bis auf weiteres gelten beide Normen parallel. Das heißt, in Deutschland (und der gesamten EU) dürfen in den nächsten Jahren sowohl Kindersitze der Norm ECE R 129 als auch der Norm ECE R 44/04 verkauft und verwendet werden.

In welchen Punkten unterscheiden sich die beiden Zulassungs-Vorschriften genau? Und sind Kindersitze nach der neuen Prüfnorm sicherer als Kindersitze, die nach der alten Norm zugelassen worden sind? Wir sortieren die Fakten und erklären, was die Kindersitze der verschiedenen Zulassungsnormen voneinander unterscheidet.

Auf dieser Info-Seite lesen Sie:

> Welche Prüf-Vorschriften ändern sich bei ECE R 129?

> Zulassung nach Größe statt nach Gewicht

> Babys müssen länger rückwärts fahren

> Test des Seitenaufprallschutzes

> Moderne, sensiblere Crash-Test-Dummies

> Sitzerhöhungen ohne Rückenteil erst ab 125 cm

> Sind Kindersitze der neuen Prüfnorm sicherer als Kindersitze der alten Prüfnorm?

> Ob ECE R 44/04 oder ECE R 129: So finden Sie einen guten & sicheren Kindersitz (mit Checkliste zum Herunterladen)

Welche Prüf-Vorschriften ändern sich bei ECE R 129?

Die neueste Norm ECE R 129 – die auch allen i-Size-Kindersitzen zugrunde liegt – führt einige grundlegende Änderungen für die Zulassung von Kindersitzen ein:

  • die Einteilung der Sitze erfolgt nun nach Körpergröße statt Gewicht des Kindes
  • die Pflicht zum rückwärts gerichteten Transport von Babys wurde verlängert
  • jeder Kindersitz muss einen Seitenaufpralltest bestehen
  • die Sicherheit der Kindersitze muss mit neuen, sensibleren Crash-Test-Dummies getestet werden
  • Sitzerhöhungen sind nur noch für Kinder ab 125 cm Körpergröße erlaubt.

Mit diesen verschärften Anforderungen sollen Kinder im Auto sicherer unterwegs sein.  Schauen wir uns daher die Änderungen im Detail an:

Zulassung nach Größe statt nach Gewicht

Grundlegend neu ist die Einteilung der Kindersitz-Klassen: die Zulassung von Kindersitzen erfolgt nach R 129 nicht mehr nach Körpergewicht, sondern nach Körpergröße.

Diese Neuregelung beruht auf der Erfahrung, dass Eltern häufig unsicher sind, welche Kindersitz-Größe die richtige für ihren Sprössling ist. In der Folge wechseln kräftigere Kinder oftmals sehr früh auf den nächst größeren Sitz, weil sie die vorgegebene Gewichtsgrenze erreichen. Ebenso passiert es immer wieder, dass leichte Kinder weiterhin in ihrem Sitz fahren, obwohl der Kopf bereits über die Kopfstütze hinausragt.

Zollstock zum Ermitteln der Körpergröße des Kindes

Die passende Kindersitz-Größe hängt von der Körpergröße ab

Hier zeigt sich die Schwäche der bisherigen Zulassung und Einteilung der Kindersitze nach Gewichtsklassen: welche Sitzgröße geeignet ist, hängt nicht in erster Linie vom Körpergewicht des Kindes ab. Auch das Alter ist nicht maßgeblich. Entscheidend ist vielmehr die Körpergröße des Kindes. Die Zulassung und Einteilung der Kindersitze nach Körpergröße soll Eltern die Wahl der passenden Kindersitz-Größe künftig erleichtern. Denn nur ein passender Kindersitz kann das Kind auch gut schützen!

Die Einteilung der Kindersitz-Größen erfolgt grundsätzlich durch den jeweiligen Hersteller. Er kann für jedes Modell eine individuelle Größenzulassung angeben. Die Zulassungsnorm ECE R 129 selbst schreibt keine festen Kindersitz-Gruppen mehr vor. Entsprechend uneinheitlich, aber auch vielfältig ist inzwischen das Angebot an Kindersitz-Modellen mit unterschiedlicher Nutzungsdauer. Eine grobe Einteilung der verschiedenen Kindersitz-Größen nach R 129 sowie einen Vergleich mit den „alten“ Kindersitz-Gruppen nach ECE R 44/04 gibt unsere Kindersitz-Größentabelle (ECE-Norm U1-Größentabellen).

Für bestimmte ISOFIX-Sitze gibt es auch künftig eine Gewichtsgrenze

Eine Gewichtsbegrenzung gibt es allerdings auch nach ECE R 129 weiterhin: Sitze, die mit ISOFIX befestigt werden und bei denen das Kind mit dem integrierten Gurt des Kindersitzes angeschnallt wird, haben ein vorgeschriebenes maximales Gesamtgewicht. Sitz und Kind zusammen dürfen nicht mehr als 33 kg wiegen. So wird eine sichere Befestigung durch die ISOFIX-Haken gewährleistet. Je nach Eigengewicht des Sitzes liegt das zulässige maximale Körpergewicht des Kindes bei diesen Sitzen bei 18 oder 19 kg. Bei diesen ISOFIX-Sitzen hängt die Nutzungsdauer also von Körpergröße und Körpergewicht des Kindes ab.

Babys müssen länger rückwärts fahren

Eine weitere wichtige Neuerung betrifft das verpflichtende Rückwärtsfahren: in Sitzen, die nach der Verordnung ECE R 129 zugelassen worden sind, müssen Babys rückwärts transportiert werden, bis sie mindestens 15 Monate alt sind. Alle älteren Normen gestatteten einen vorwärts gerichteten Transport bereits ab einem Alter von 9 Monaten.

Grund für diese Änderung ist die Feststellung, dass kleine Kinder in rückwärts gerichteten Kindersitzen viel sicherer unterwegs sind als in vorwärts gerichteten Sitzen.

Rückwärts Fahren ist für kleine Kinder sicherer

Der Kopf von Babys und Kleinkindern ist im Verhältnis zum Rest des Körpers sehr groß und schwer. Die Hals- und Nackenmuskulatur ist dagegen noch sehr schwach ausgebildet.

Bis zu einem Alter von etwa 4 Jahren sind Kinder daher bereits im Stadtverkehr stark verletzungsgefährdet, wenn sie in Fahrtrichtung sitzen. Im Falle eines Frontalaufpralls oder eines abrupten Abbremsens wird der Körper des Kindes durch den Gurt im Kindersitz gehalten. Der große, schwere Kopf dagegen hat keine Stütze und schleudert heftig nach vorne. Die junge Nackenmuskulatur kann diese Wucht selbst bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h noch nicht abfangen. Es droht ein Genickbruch.

Im rückwärts gerichteten Sitz („Reboarder“) dagegen werden Körper und Kopf des Kindes bei einem Aufprall gemeinsam in den Sitz gedrückt. Die Rückenlehne des Reboarders stützt die gesamte Wirbelsäule und verhindert ein Herumschleudern des Kopfes. Das Risiko schwerer Verletzungen sinkt erheblich. Darum fahren Babys in Babyschalen ausnahmslos rückwärts.

Baby im rückwärts gerichteten Kindersitz

Viele Babys fahren zu früh vorwärts

Bislang war der rückwärts gerichtete Transport allerdings nur bis zu einem Körpergewicht von 9 kg gesetzlich vorgeschrieben. Das hat zur Folge, dass Eltern ihre Kinder oft viel zu früh in einen vorwärts gerichteten Sitz „umziehen“ lassen, in der guten Absicht, dass der Nachwuchs dann mehr Platz hat und besser sieht. Größere oder schwerere Babys wechseln häufig schon vor dem 1. Geburtstag in einen vorwärts gerichteten Folgesitz, weil die Babyschale zu klein zu sein scheint. Dass sie ihr Kind damit einem fünf Mal höheren Verletzungsrisiko aussetzen, ist den Eltern in der Regel gar nicht bewusst. Weil das Vorwärtsfahren nun erlaubt ist, erscheint es den Eltern nur folgerichtig.

Um diesem Missverständnis entgegen zu wirken, wurde die Pflicht zum Rückwärtsfahren mit der Norm ECE R 129 verlängert. In Sitzen dieser Zulassungsnorm dürfen Kinder frühestens ab einem Alter von 15 Monaten vorwärts im Auto sitzen. Gleichzeitig muss das Kind mindestens 71 cm groß sein. Für kleinere Kinder darf es keine vorwärts gerichtete Kindersitze nach ECE R 190 geben. In Sitzen mit der Sicherheitsnorm ECE R 44/04 ist es allerdings auch weiterhin erlaubt, das Kind in Fahrtrichtung zu transportieren, sobald es ein Körpergewicht von 9 kg erreicht hat.

Test des Seitenaufprallschutzes

Die ECE-Prüfnormen legen die Mindest-Sicherheitsstandards fest, die ein Kindersitz erfüllen muss, um in Deutschland zugelassen zu sein. So unglaublich es auch klingen mag: ein Seitenaufprallschutz gehörte bislang nicht zu diesen gesetzlich geforderten Sicherheitsstandards. Dabei sind Unfälle mit Seitenaufprall die zweithäufigste Unfallart bei Autounfällen. Im Verhältnis zur Zahl der Unfälle entstehen hier auch die meisten schweren Verletzungen bei Kindern.

Statistik-Heckaufprall-im-Verhaeltnis-zu-anderen-Unfallarten

Während bei einem Frontalaufprall die Motorhaube als Knautschzone dient, haben Autos an den Seiten so gut wie keinen Puffer. Es gibt keinen nennenswerten Spielraum zu den Insassen und die Karosserie bietet auch kaum Möglichkeiten, die Kräfte des Seitenaufpralls durch Materialverformung abzufangen.

Umso wichtiger ist es, dass der Autokindersitz seinen kleinen, verletzlichen Passagier auch seitlich gut schützt. Die aktuellste Kindersitz-Verordnung ECE R 129 verlangt nun erstmals einen Seitenaufprallschutz.

Bevor ein Kindersitz nach R 129 zugelassen wird, muss er einen Seitenaufpralltest mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h bestehen. Kindersitze, die diesen Test nicht bestehen, dürfen in der EU nicht mehr auf den Markt kommen.

Damit wird ein enorm wichtiges Schutzkriterium endlich gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht zwangsläufig, dass Kindersitze der älteren Prüfnorm ECE R 44/04 keinen adäquaten Seitenaufprallschutz aufweisen. Verbraucherschutzorganisationen und führende Kindersitz-Hersteller legen seit Jahren großen Wert auf einen guten Seitenaufprallschutz bei Kindersitzen. Beim ADAC etwa ist der Seitenaufprallschutz seit über 15 Jahren eines der Testkriterien und fließt in die Bewertung der Kategorie „Sicherheit“ mit ein. Sitze der älteren Norm 44/04, die vom ADAC eine gute Bewertung erhalten haben, können Sie daher auch weiterhin guten Gewissens verwenden!

Moderne, sensiblere Crash-Test-Dummies

Die neue Zulassungsnorm R 129 verschärft nicht nur die Testkriterien für Kindersitze. Sie schreibt für diese Tests auch die Verwendung neuer, innovativer Crash-Test-Dummies vor. Diese modernen „Q-Dummies“ bilden Kinderkörper verschiedenen Alters lebensechter nach als die alten „P-Dummies“. Außerdem haben die neuen Testpuppen mehr Sensoren an Kopf, Nacken und im Bauchbereich. Damit liefern sie wesentlich genauere Messwerte über die Belastungen, die auf diese verletzungsanfälligen Körperteile wirken.

Moderne Q-Crash-Test-Dummies beim Kindersitz-Test

(Quelle: Youtube/TCS)

Die Auswirkungen eines Unfalls auf die kleinen Mitfahrer können mit den sensibleren Dummies realistischer als bisher dargestellt werden. Folglich lässt sich mit den neuen Dummies auch die Schutzwirkung der einzelnen Kindersitz-Modelle besser simulieren und bewerten.

Sitzerhöhungen ohne Rückenteil erst ab 125 cm

Eine weitere Neuregelung nach ECE R 129 soll insbesondere größeren Kindern mehr Schutz beim Autofahren bieten. Bisher durften Kinder auf ganz einfachen Sitzerhöhungen ohne Rückenteil (sog. „Booster“-Sitze) transportiert werden, sobald sie ein Körpergewicht von 15 kg auf die Waage brachten. Die neue Kindersitznorm erlaubt Kindersitze ohne Rückenlehne nur noch für Kinder ab einer Körpergröße von 125 cm. Zusätzlich muss das Kind mindestens 22 kg wiegen. Denn Sitzerhöhungen ohne Rückenteil bieten nachweislich einen deutlich schlechten Schutz als Kindersitze mit Lehne (und damit auch Kopfstütze!).

Nach der alten ECE-Norm R 44/04 gehören die Kindersitze ohne Rückenlehne zu den Folgesitzen der Kindersitzgruppen 2 und 3. Sie besitzen – wie die Folgesitze mit fester Rückenlehne – kein eigenes Gurtsystem mehr. Das Kind wird samt Sitz mit dem Sicherheitsgurt des Autos angeschnallt.

Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne bieten keinen guten Schutz

Ein Sitz ohne Rückenlehne und Kopfstütze bietet dem Kind jedoch keine gute Führung des Autogurtes: zum einen haben diese Sitzkissen oft keine Führungshörnchen für den Beckengurt, so dass der Gurt bei einem Unfall oder heftigem Bremsmanöver in den Bauchraum des Kindes schneiden und seine inneren Organe verletzen kann.

Zum anderen bieten Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne keine Führung für den Diagonalgurt. Der Schultergurt liegt dadurch oft zu dicht am Hals und kann bei einem Unfall in den Hals einschneiden. Auch kann es passieren, dass das Kind aus dem Diagonalgurt herausrutscht, wenn es einschläft und zur Seite kippt. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass bei einem Frontalaufprall das Sitzkissen unter dem Po des Kindes wegrutscht und das Kind dann unter dem Gurt nach vorne wegtaucht. Das Kind ist in diesen Fällen nicht mehr gesichert!

Kindersitze ohne Rückenlehne bieten darüber hinaus keinerlei Seitenaufprallschutz für Kopf, Körper und Becken. Tests des ADAC belegen: bei einem Unfall von der Seite prallt das Kind mit Kopf und Körper gegen die Fensterscheibe bzw. Karosserie. Schwerste Verletzungen können die Folge sein.

ADAC-Crashtest zeigt die Unfallauswirkungen auf einen Kinderkörper auf einer Sitzerhöhung ohne Rückenlehne

(Quelle: Youtube/TCS)

Die Auswirkungen eines Seitenaufpralls auf einen Kinderkörper, der nur mit einer Sitzerhöhung ohne Rückenlehne im Auto gesichert ist: Kopf und Körper des Kindes prallen mit voller Wucht gegen Tür und Fenster des Fahrzeuges.

ADAC-Crashtest zeigt die Unfallauswirkungen auf einen Kinderkörper im Kindersitz mit Rückenlehne

(Quelle: Youtube/TCS)

Die Auswirkungen eines Seitenaufpralls auf einen Kinderkörper, der mit einem vollwertigen Kindersitz mit Rückenlehne im Auto gesichert ist: Kopfstütze und Seitenaufprallschutz des Kindersitzes nehmen die Energie des Aufpralls auf und dämpfen so dessen Wucht.

Booster-Sitze nur noch für große Kinder – oder am Besten gar nicht

Aus diesen Gründen können seit Anfang 2017 neue Modelle einfacher Sitzerhöhungen ohne Rückenteil nur noch für Kinder über 125 cm zugelassen werden. Auch nach ECE R 44/04 können keine neuen Modelle ohne Rückenlehne für Kinder unter 125 cm mehr zugelassen werden. Modelle, die bereits vor 2017 auf dem Markt waren, sind für eine Übergangszeit aber noch erhältlich. Angesichts der deutlich schlechteren Schutzwirkung von Kindersitzen ohne Rückenlehne empfehlen wir jedoch, immer – auch für „große“ Kinder – vollwertige Kindersitze mit festem Rückenteil und Kopfstütze zu verwenden! Wir beraten Sie gerne, welche Möglichkeiten und Modelle es für größere Kinder gibt.

Sind Kindersitze der neuen Prüfnorm sicherer als Kindersitze der alten Prüfnorm?

Nicht zwangsläufig.

Warum? Um diese Frage seriös beantworten zu können, ist eine differenzierte Betrachtung des Kindersitz-Angebotes nötig.

Zulassungs-Normen regeln nur die Mindest-Sicherheitsstandards

Selbstverständlich ist es richtig und wichtig, dass die Sicherheitsstandards für den Transport von Kindern im Auto an aktuelle Forschungsergebnisse und die technischen Möglichkeiten angepasst werden. Wenn Eltern einen Kindersitz kaufen, verlassen sie sich auf dessen Schutzwirkung, denn dafür wurde der Sitz gebaut. Die gesetzlichen Vorschriften sollten daher dafür sorgen, dass ein Kindersitz seinen kleinen Insassen bei einem Unfall schützt.

Dennoch gibt es immer wieder Kindersitze, die bei den Kindersitz-Tests von ADAC, Stiftung Warentest, ÖAMTC & Co. durchfallen. Testurteil: Sicherheitsmängel. Obwohl diese Sitze offiziell eine Zulassung erhalten haben, bieten sie dem Passagier im Fall des Falles keine ausreichende Schutzwirkung.

Was folgt daraus? Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass gesetzliche Prüfnormen nur die Mindest-Sicherheitsstandards für die Zulassung von Kindersitzen festlegen. Die neue Zulassungsnorm R 129 verschärft nun diese Mindest-Sicherheitsstandards. Das ist sinnvoll.

Mit Blick auf die „alten“, nach R 44/04 zugelassenen Sitze gilt aber auch: führende Kindersitz-Hersteller stellen schon seit Jahren höhere Anforderungen an ihre Kindersitze als gesetzlich vorgegeben. Das bestätigen auch die Tests von ADAC & Co., deren Kriterien die Vorgaben der Prüfnormen traditionell weit übersteigen. Ein Beispiel ist der Seitenaufprallschutz, welcher bei den ADAC-Tests seit 15 Jahren geprüft wird. Kindersitze, die bei den strengen ADAC-Tests eine gute Bewertung erhalten haben, sind daher weiterhin eine gute Wahl – auch wenn sie ihre Zulassung nach den Vorschriften der „alten“ Prüfnorm erhalten haben.

Ob ECE R 44/04 oder ECE R 129: So finden Sie einen guten & sicheren Kindersitz

Ob Ihr Kind in einem Kindersitz der „alten“ Prüfnorm ECE R 44/04 oder in einem Sitz der neuen Prüfnorm ECE R 129 fährt, ist also eher zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie bei Auswahl und Nutzung des Kindersitzes einige wesentliche Faktoren beachten. Damit Sie diese Punkte jederzeit zur Hand nehmen können, haben wir sie in unserer Checkliste für einen guten & sicheren Kindersitz zusammengestellt.

Unsere Checkliste für einen guten & sicheren Kindersitz

Wenn Sie diese sicherheitsrelevanten Aspekte berücksichtigen, können Sie auch weiterhin guten Gewissens einen Kindersitz der „alten“ 44/04-Norm verwenden. In bestimmten Fällen wird dies sogar noch einige Zeit unvermeidlich sein, da es noch keine entsprechenden Sitze nach der neuen Regelung auf dem Markt gibt: erstens ist das Angebot an Folgesitzen für Kinder ab 100 cm noch immer sehr überschaubar. Und zweitens gibt es noch immer keine Sitze für Kinder bis 105 cm, die mit dem Fahrzeuggurt eingebaut werden. Diese können frühestens dann auf den Markt kommen, wenn Phase 3 der neuen Norm rechtskräftig ist.

Wir bringen Sie gern in Kontakt mit unseren Fachhändlern. Gemeinsam mit den Kindersitzprofis finden Sie vor Ort den optimalen Kindersitz für Ihr Kind. Wir zeigen Ihnen auch den korrekten Einbau des Sitzes in Ihr Fahrzeug und erklären, worauf Sie beim Anschnallen achten müssen. Denn Kindersicherheit im Auto ist unsere Berufung.

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