Was ist i-Size?

Die i-Size-Regelung trat am 09. Juli 2013 als Phase 1 der neuen Kindersitznorm UN R129 in Kraft. Die Norm R129 wird insgesamt in drei Phasen untergliedert sein.

Phase 1 (i-Size):

Betrifft Kindersitze für jüngere Kinder die mit einem internem Gurtsystem ausgestattet sind und die ausschließlich über Isofix befestigt werden. (entspricht ungefähr Gruppe 0+ und 1 nach ECE R44)

– bereits in Kraft getreten , Kindersitze, die nach der alten Norm zugelassen sind, dürfen aber weiter genutzt werden, ein Verbot ist nicht geplant.

Phase 2:

Kindersitze für ältere Kinder ohne integriertes Gurtsystem, also Sitzerhöhungen mit und ohne Seitenschutz. (entspricht ungefähr Gruppe 2 und 3 nach ECE R44)

– in Arbeit, Abstimmung geplant für 2017

Phase 3:

Gegurtete Kindersitze mit integriertem Gurtsystem für jüngere Kinder (entspricht ungefähr Gruppe 0+ und 1 nach ECE R44)

– noch in der frühen Planungsphase

Erst wenn alle drei Phasen der neuen Norm R129 erarbeitet und in Kraft getreten sind, werden ältere Kindersitzsysteme nach und nach vom Markt verschwinden. Das wird schleichend passieren, d.h. es werden zwar irgendwann keine Kindersitze mehr nach der alten Norm zugelassen. Es ist jedoch nicht geplant, den Gebrauch von Sitzen, die nach ECE R44/04 zugelassen sind, zu verbieten. Sie müssen sich also keine Gedanken machen – einen heute nach bisheriger Norm gekauften Sitz können Sie bedenkenlos auch noch für ein zweites Kind nutzen. Ab wann Sitze grundsätzlich nicht mehr nach der alten Norm zugelassen werden sollen, ist auch noch unklar und hängt davon ab, wann alle drei Phasen der R129 abschließend erarbeitet sind.

Was verändert sich nun im Zuge der Phase 1 der R129 (i-Size)?

In der noch parallel geltenden, älteren ECE-Zulassung R44, die seit über 30 Jahren existiert, waren die Kindersitzgruppen ausschließlich anhand des Körpergewichts des Kindes untergliedert.

Maßgeblich für Sitze nach i-Size sind nun die Körpergröße und das Alter des Kindes. Durch die ausschließliche Verankerung über Isofix ergibt sich nach wie vor auch eine Gewichtsobergrenze. Diese ist jedoch nicht mehr fix auf 18kg festgelegt, sondern hängt davon ab, wie schwer oder leicht der Kindersitz konstruiert ist. Isofix ist dafür ausgelegt, eine Gesamtbelastung von 33kg zu halten, plus der Kräfte, die bei einem Unfall auf den Kindersitz einwirken, und somit ist das zulässige Gewicht des Kindes die Differenz aus 33kg und dem Gewicht des Kindersitzsystems. Wiegt der Kindersitz zum Beispiel 11kg, so darf das Kind bis zu 22kg wiegen.

Mit der neuen Regelung hat der Gesetzgeber verbesserte Voraussetzungen geschaffen: Ein vernünftiger Seitenaufprallschutz wird Pflicht und vor allem auch das Rückwärtsfahren bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten. I-Size sorgt so dafür, dass Babys und Kinder, die bislang oft sehr früh und teilweise noch vor dem 1. Geburtstag in einen Folgesitz gewechselt sind, länger rückwärts und damit auch um ein Vielfaches sicherer fahren. Außerdem ist der Einbau von Kindersitzen mit Isofix einfacher und verringert somit die Gefahr eines Fehleinbaus (“Misuse”) erheblich.

Aktuell gibt es einige wenige Autos, die i-Size ready (“bereit für i-Size”) sind. Sie erkennen sie in der Regel an einem am Sitz angebrachten i-Size Label oder nach einem Blick in die Betriebsanleitung Ihres Autos. Bei diesen Fahrzeugen muss keine Fahrzeugliste abgeglichen werden, der nach i-Size zugelassene Sitz darf in jedem Fall in dem Auto installiert werden. Die nach I-Size zugelassenen Kindersitze wiederum erkennen Sie an dem i-Size Label.

iSize-Markierung im Auto 2013 05 16 i-size logo copy

Auch in älteren Autos mit Isofix-Vorrichtung dürfen i-Size-Sitze installiert werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Gebrauch von semi-universalen Kindersitzen mit Stützfuß nach ECE R44 möglich ist. Hier hilft ein Blick in die Typenliste des jeweiligen Kindersitzes oder auch in die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Sprechen Sie unsere Fachhändler an – diese können Sie umfassend dazu beraten und sind bestens informiert.